Arctophilie- die Liebe zum Teddy

 

Vor einiger Zeit war in einer Zeitschrift ein Artikel zu lesen, in dem Wissenschaftler den Grund für die immer größer werdende Beliebtheit des Teddybären untersuchten. Vor allem bei Erwachsenen nimmt die Arctophilie rapide zu.
Ein Teddy ist ein Phänomen. Er ist nicht nur beliebt bei allen Kindern sondern auch bei vielen Erwachsenen. Wegen seiner Vollkommenheit wurde er in die Hitliste der sechzig „schönen Dinge des Lebens“ aufgenommen. Dort behauptet er seinen Platz neben dem Montblanc-Füllhalter No. 49 und dem Steinway-Flügel.
 

Ein Grund für die Beliebtheit des Teddys könnte eine ganz simple Erklärung sein: Seinen Herstellern gelang einfach ein genialer Entwurf, der nicht mehr verbessert, höchstens noch modisch verändert werden kann. Zu Beginn noch sehr seinem tierischen Vorbild angepasst, nahm er zunehmend menschenähnliche Gestalt an, er wurde runder, seine Extremitäten und seine Schnauze kürzer, und auch sein Gesicht nahm wie bei einem Menschenbaby eine fülligere Form an.
Ein normaler Teddy ist alterslos, geduldig, gutmütig, vor allem verschwiegen. Ihm kann man geheime Wünsche ins Ohr flüstern, er wird nichts verraten. Kuscheliges Fell, ein treuer Blick, der runde Körper, die langen Arme – irgendwie vermittelt der Teddy die Rolle des Vertrauten und Beschützers. Wer Halt sucht an diesem Freund, für den ist die Pfote immer griffbereit.
Nüchtern betrachtet ist die Faszination, die von so einem alten Bären ausgeht, schwer zu begreifen. Wer den Blick von den Knopfaugen eines echten, alten Teddys abwendet und den ganzen Kerl kritisch von Kopf bis Fuß betrachtet, sieht einen ovalen, gerundeten Körper. Überlang baumeln die Arme von den Seiten bis zum ersten Drittel der kräftigen Oberschenkel. Die großen, weit vorstehenden Füße zeigen noch die Anzeichen des Raubtiers. Und der kleine Buckel, der mehr oder weniger ausgeprägt den alten Teddy ziert, erinnert ebenfalls an das tierische Vorbild.
Der Kopf wirkt mit seinen seitlich angesetzten Ohren eher kantig. Die Nase besitzt charaktervolle Länge. Der Mund ist kaum noch vorhanden (Küssen nutzt ab!). Der Gesichtsausdruck ist nicht sehr fröhlich, eher ernst mit sorgenvollem Anflug, dabei aber zuverlässig und treu – eben ein echtes Teddygesicht.
Je älter er wird, umso wertvoller wird er.  Auch wenn man ihm deutlich ansieht, wie ihm das Leben mitspielte und was die Zuneigung früherer Freunde anrichtete. Aber wie alle Teddys besitzt auch ein alter Bär etwas, was keine neue, noch so perfekte Nachbildung bringen kann: den Charme des abgeliebten, alten Teddys. Mag er auch noch so beschädigt und noch so verschmutzt sein, mit etwas Geduld und Geschick, vielleicht einer kleinen Investition, die sich aber mit Sicherheit bezahlt macht, lässt sich fast jeder Teddy-Veteran wieder hinkriegen. Reparieren, reinigen, vielleicht mit einer schönen Schleife herausputzen – so viel Mühe ist ein alter Teddy allemal Wert. Aber Vorsicht: Alte Teddy sind sehr empfindlich und dürfen nur äußerlich vorsichtig gewaschen werden. Für ihr meist abgewetztes Fell eignet sich am besten ein flüssiges Feinwaschmittel. Nach dem Waschen wird der Teddy mit einem Badetuch vorsichtig getrocknet. Das Fell anschließend schön aufbürsten und siehe da, er ist wieder weich, glänzend und duftend. Die Augen werden mit einem Tröpfchen Augenklar wieder blank.
Wer seinen Teddy nur dekorativ in der Wohnung herumsitzen lässt, muss sich vor Schädlingen in acht nehmen. Sie verstecken sich gerne hinter den Wuschelohren, unter den Armen oder an anderen kuscheligen Stellen. Man sollte den alten Teddy auf jeden Fall einmal wöchentlich abbürsten und inspizieren. (Heißer Tipp einer Teddy-Sammlerin: kleine Seifenstücke zum Teddy gelegt, halten Schädlinge fern!)
Auch in unserem Haus befindet sich ein solch wertvolles Exemplar: ein echter, alter Teddy. Sein Anblick ist immer wieder eine Freude. Er wird auch gut gepflegt und liebevoll behandelt. Man muss allerdings sehr aufpassen, dass er nicht abhanden kommt. Teddy-Sammler(-innen), die es besonders auf alte, wertvolle Exemplare abgesehen haben, lauern überall und scheuen auch vor nicht ganz einwandfreien Methoden zurück. Deshalb sollte man einen guten alten Teddy niemals zu lange aus den Augen lassen und sich immer wieder vergewissern, wo er sich befindet.
Aber eines ist ganz gewiss: Wenn man alle Ratschläge und Empfehlungen der Experten beherzigt und sich um seinen Teddy kümmert, ihn streichelt und mit ihm kuschelt, wird man lange Zeit Freude an seinem von Jahr zu Jahr wertvoller werdenden Exemplar haben.

Quelle: Ingrid Wellenbeck

 

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